<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="https://norm.gekko.de/jur2norm_html.xsl"?>
<jur id="4948deca" lastmod="2026-09-18T18:56:09+00:00" source-url="https://www.gesetze-im-internet.de/asylvfg_1992/xml.zip" source-checked-at="2026-09-19T18:37:39+00:00" source-sha256="98c1a8adb295dd6cb84d76be62027b6f429d6b30e97c16663d013c97343205c8" source-last-modified="Tue, 28 Jul 2026 19:55:34 GMT">
  <header short="AsylVfG 1992" amtabk="AsylG" norm="asylvfg_1992" title="Asylgesetz">
    <changes>
      <change type="Neuf">Neugefasst durch Bek. v. <time datetime="2008-09-02">2.9.2008</time> I <a href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl108s1798.pdf" title="Bundesgesetzblatt 2008 S. 1798" type="application/pdf" rel="external noopener">1798</a>;</change>
      <change type="Stand">zuletzt geändert durch <a>Art. 7</a> G v. <time datetime="2026-07-03">3.7.2026</time> I Nr. 199</change>
      <change type="Hinweis">Änderung durch <a>Art. 10</a> G v. <time datetime="2026-07-21">21.7.2026</time> I Nr. 221 textlich nachgewiesen, dokumentarisch noch nicht abschließend bearbeitet</change>
      <change type="Sonst">Dieses G ersetzt das G 26-5 v. <time datetime="1982-07-16">16.7.1982</time> I <a href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl182s0946.pdf" title="Bundesgesetzblatt 1982 S. 946" type="application/pdf" rel="external noopener">946</a> (AsylVfG)</change>
    </changes>
  </header>
  <nav>
    <prev id="fcabf878" bez="§ 70b" target="70b" title="Haft im Rückkehrgrenzverfahren"/>
    <index id="4948deca" bez="§ 71" target="71" title="Folgeantrag"/>
    <next id="60461458" bez="§ 72" target="72" title="Erlöschen"/>
  </nav>
  <scope>
    <section bez="Abschnitt 7" title="Folgeantrag"/>
  </scope>
  <main title="Folgeantrag">
    <p nr="1">Ein Folgeantrag liegt vor, wenn die Voraussetzungen des Artikels 3 Nummer 19 der Verordnung (EU) <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex:32024R1348" title="Verordnung (EU) 2024/1348" rel="noopener external">2024/1348</a> erfüllt sind. Das Verfahren zur Prüfung des Folgeantrags richtet sich nach den <a>Artikeln 55 und 56</a> der Verordnung (EU) <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex:32024R1348" title="Verordnung (EU) 2024/1348" rel="noopener external">2024/1348</a>. Soweit dort oder nachfolgend keine abweichenden Regelungen getroffen werden, gelten die Regelungen für den Asylantrag auch für den Folgeantrag. <a>§ 46</a> findet keine Anwendung. Die Prüfung eines Folgeantrags obliegt dem Bundesamt.</p>
    <p nr="2">Sofern der Ausländer das Bundesgebiet nicht zwischenzeitlich verlassen hat, hat er den Folgeantrag abweichend von <a>§ 14 Absatz 1</a> persönlich bei einer der Außenstellen des Bundesamtes einzureichen; ist sein Aufenthalt nach <a>§ 61</a> des Aufenthaltsgesetzes festgelegt, so hat er den Folgeantrag bei der nächstgelegenen Außenstelle in dem Land seines Aufenthalts einzureichen. In den Fällen des <a>§ 14 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2</a> oder wenn der Ausländer nachweislich am persönlichen Erscheinen gehindert ist, ist die beabsichtigte Stellung und Einreichung des Folgeantrags dem Bundesamt unter Verwendung eines Formblatts anzuzeigen. <a>§ 14 Absatz 2 Satz 2 bis 6</a> findet Anwendung.</p>
    <p nr="3">Stellt der Ausländer, nachdem eine nach Stellung des früheren Asylantrags ergangene Abschiebungsandrohung oder -anordnung vollziehbar geworden ist, einen Folgeantrag, der nicht weiter nach <a>Artikel 55 Absatz 7</a> der Verordnung (EU) <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex:32024R1348" title="Verordnung (EU) 2024/1348" rel="noopener external">2024/1348</a> geprüft wird, so bedarf es zum Vollzug der Abschiebung keiner erneuten Fristsetzung und Abschiebungsandrohung oder -anordnung. In den Fällen des Artikels 56 der Verordnung (EU) <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex:32024R1348" title="Verordnung (EU) 2024/1348" rel="noopener external">2024/1348</a> darf die Abschiebung vollzogen werden, wenn das Bundesamt mitgeteilt hat, dass der Grundsatz der Nichtzurückweisung eingehalten wird. Im Übrigen darf die Abschiebung erst nach Ablauf der Frist nach <a>§ 74 Absatz 1 Satz 1 oder Satz 3</a> und im Fall eines innerhalb der Frist gestellten Antrags nach <a>§ 80 Absatz 5</a> der Verwaltungsgerichtsordnung erst nach Zustellung des ablehnenden gerichtlichen Beschlusses vollzogen werden, es sei denn, es liegt ein Fall des Artikels 68 Absatz 6 der Verordnung (EU) <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex:32024R1348" title="Verordnung (EU) 2024/1348" rel="noopener external">2024/1348</a> vor und das Bundesamt hat mitgeteilt, dass der Grundsatz der Nichtzurückweisung eingehalten wird.</p>
    <p nr="4">Absatz 3 gilt auch, wenn der Ausländer zwischenzeitlich das Bundesgebiet verlassen hatte. Im Falle einer unerlaubten Einreise aus einem sicheren Drittstaat nach <a>§ 26a</a> kann der Ausländer nach <a>§ 57 Absatz 1 und 2</a> des Aufenthaltsgesetzes dorthin zurückgeschoben werden, ohne dass es der vorherigen Mitteilung des Bundesamtes bedarf.</p>
    <p nr="5">War der Aufenthalt des Ausländers während des früheren Asylverfahrens räumlich beschränkt, gilt die letzte räumliche Beschränkung fort, solange keine andere Entscheidung ergeht. Die <a>§§ 59a und 59b</a> gelten entsprechend. In den Fällen der Absätze 3 und 4 ist für ausländerrechtliche Maßnahmen auch die Ausländerbehörde zuständig, in deren Bezirk sich der Ausländer aufhält.</p>
    <p nr="6">Ein Folgeantrag steht der Anordnung von Abschiebungshaft nicht entgegen. Wird ein weiteres Asylverfahren durchgeführt, gilt <a>§ 14 Absatz 4</a> entsprechend.</p>
  </main>
</jur>
