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  <header short="BGBEG" amtabk="BGBEG" norm="bgbeg" title="Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche">
    <changes>
      <change type="Neuf">Neugefasst durch Bek. v. <time datetime="1994-09-21">21.9.1994</time> I <a href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl194s2494.pdf" title="Bundesgesetzblatt 1994 S. 2494" type="application/pdf" rel="external noopener">2494</a>; 1997, 1061;</change>
      <change type="Stand">zuletzt geändert durch <a>Art. 2</a> G v. <time datetime="2026-07-16">16.7.2026</time> I Nr. 212</change>
    </changes>
  </header>
  <nav>
    <prev id="e9e0f668" bez="§ 4" target="4" title="Nutzung von Bodenflächen zur Erholung"/>
    <index id="0ce524ca" bez="§ 4a" target="4a" title="Vertrags-Moratorium"/>
    <next id="d66de399" bez="§ 5" target="5" title="Arbeitsverhältnisse"/>
  </nav>
  <scope>
    <section bez="Sechster Teil" title="Inkrafttreten und Übergangsrecht aus Anlaß der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und dieses Einführungsgesetzes in dem in Art 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet"/>
    <section bez="Art 232" title="Zweites Buch. Recht der Schuldverhältnisse"/>
    <section bez="Art 234" title="Viertes Buch. Familienrecht"/>
  </scope>
  <main title="Vertrags-Moratorium">
    <p nr="1">Verträge nach <a>§ 4</a> können, auch soweit sie Garagen betreffen, gegenüber dem Nutzer bis zum Ablauf des <time datetime="1994-12-31">31. Dezember 1994</time> nur aus den in <a>§ 554</a> des Bürgerlichen Gesetzbuchs bezeichneten Gründen gekündigt oder sonst beendet werden. Sie verlängern sich, wenn nicht der Nutzer etwas Gegenteiliges mitteilt, bis zu diesem Zeitpunkt, wenn sie nach ihrem Inhalt vorher enden würden.</p>
    <p nr="2">Hat der Nutzer einen Vertrag nach <a>§ 4</a> nicht mit dem Eigentümer des betreffenden Grundstücks, sondern aufgrund des <a>§ 18</a> oder <a>§ 46</a> in Verbindung mit <a>§ 18</a> des Gesetzes über die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften - LPG-Gesetz - vom <time datetime="1982-07-02">2. Juli 1982</time> (GBl. I Nr. 25 S. 443) in der vor dem <time datetime="1990-07-01">1. Juli 1990</time> geltenden Fassung mit einer der dort genannten Genossenschaften oder Stellen geschlossen, so ist er nach Maßgabe des Vertrages und des Absatzes 1 bis zum Ablauf des <time datetime="1994-12-31">31. Dezember 1994</time> auch dem Grundstückseigentümer gegenüber zum Besitz berechtigt.</p>
    <p nr="3">Die Absätze 1 und 2 gelten ferner, wenn ein Vertrag nach <a>§ 4</a> mit einer staatlichen Stelle abgeschlossen wurde, auch wenn diese hierzu nicht ermächtigt war. Dies gilt jedoch nicht, wenn der Nutzer Kenntnis von dem Fehlen einer entsprechenden Ermächtigung hatte.</p>
    <p nr="4">Die Absätze 1 und 2 gelten ferner auch, wenn ein Vertrag nach <a>§ 4</a> mit einer staatlichen Stelle abgeschlossen wurde und diese bei Vertragsschluß nicht ausdrücklich in fremdem Namen, sondern im eigenen Namen handelte, obwohl es sich nicht um ein volkseigenes, sondern ein von ihr verwaltetes Grundstück handelte, es sei denn, daß der Nutzer hiervon Kenntnis hatte.</p>
    <p nr="5">In den Fällen der Absätze 2 bis 4 ist der Vertragspartner des Nutzers unbeschadet des <a>§ 51</a> des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes verpflichtet, die gezogenen Entgelte unter Abzug der mit ihrer Erzielung verbundenen Kosten an den Grundstückseigentümer abzuführen. Entgelte, die in der Zeit von dem <time datetime="1992-01-01">1. Januar 1992</time> an bis zum Inkrafttreten dieser Vorschrift erzielt wurden, sind um 20 vom Hundert gemindert an den Grundstückseigentümer auszukehren; ein weitergehender Ausgleich für gezogene Entgelte und Aufwendungen findet nicht statt. Ist ein Entgelt nicht vereinbart, so ist das Entgelt, das für Verträge der betreffenden Art gewöhnlich zu erzielen ist, unter Abzug der mit seiner Erzielung verbundenen Kosten an den Grundstückseigentümer auszukehren. Der Grundstückseigentümer kann von dem Vertragspartner des Nutzers die Abtretung der Entgeltansprüche verlangen.</p>
    <p nr="6">Die Absätze 1 bis 5 gelten auch, wenn der unmittelbare Nutzer Verträge mit einer Vereinigung von Kleingärtnern und diese mit einer der dort genannten Stellen den Hauptnutzungsvertrag geschlossen hat. Ist Gegenstand des Vertrages die Nutzung des Grundstücks für eine Garage, so kann der Eigentümer die Verlegung der Nutzung auf eine andere Stelle des Grundstücks oder ein anderes Grundstück verlangen, wenn die Nutzung ihn besonders beeinträchtigt, die andere Stelle für den Nutzer gleichwertig ist und die rechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung geschaffen worden sind; die Kosten der Verlegung hat der Eigentümer zu tragen und vorzuschießen.</p>
    <p nr="7">Die Absätze 1 bis 6 finden keine Anwendung, wenn die Betroffenen nach dem <time datetime="1990-10-02">2. Oktober 1990</time> etwas Abweichendes vereinbart haben oder zwischen ihnen abweichende rechtskräftige Urteile ergangen sind.</p>
    <p nr="1">Haben die Ehegatten keine Erklärung nach <a>§ 4 Abs. 2 Satz 1</a> abgegeben, so wird gemeinschaftliches Eigentum von Ehegatten Eigentum zu gleichen Bruchteilen. Für Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte können die Ehegatten andere Anteile bestimmen. Die Bestimmung ist binnen sechs Monaten nach Inkrafttreten dieser Vorschrift möglich und erfolgt mit dem Antrag auf Berichtigung des Grundbuchs. Dieser und die Bestimmung bedürfen nicht der in <a>§ 29</a> der Grundbuchordnung bestimmten Form. Das Wahlrecht nach Satz 2 erlischt, unbeschadet des Satzes 3 im übrigen, wenn die Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung des Grundstücks oder grundstücksgleichen Rechts angeordnet oder wenn bei dem Grundbuchamt die Eintragung einer Zwangshypothek beantragt wird.</p>
    <p nr="2">Haben die Ehegatten eine Erklärung nach <a>§ 4 Abs. 2 Satz 1</a> abgegeben, so finden auf das bestehende und künftige gemeinschaftliche Eigentum die Vorschriften über das durch beide Ehegatten verwaltete Gesamtgut einer Gütergemeinschaft entsprechende Anwendung. Für die Auflösung dieser Gemeinschaft im Falle der Scheidung sind jedoch die Vorschriften des Familiengesetzbuchs der Deutschen Demokratischen Republik nach Maßgabe des <a>§ 4</a> anzuwenden.</p>
    <p nr="3">Es wird widerleglich vermutet, daß gemeinschaftliches Eigentum von Ehegatten nach dem Familiengesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik Bruchteilseigentum zu ein halb Anteilen ist, sofern sich nicht aus dem Grundbuch andere Bruchteile ergeben.</p>
  </main>
</jur>
