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  <header short="BVerfSchG" amtabk="BVerfSchG" norm="bverfschg" title="Bundesverfassungsschutzgesetz">
    <long>Gesetz über die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes und über das Bundesamt für Verfassungsschutz</long>
    <changes>
      <change type="Stand">Zuletzt geändert durch <a>Art. 3</a> G v. <time datetime="2026-01-09">9.1.2026</time> I Nr. 7</change>
    </changes>
  </header>
  <nav>
    <prev id="82045960" bez="§ 22d" target="22d" title="Teilnahme an gemeinsamen Dateien mit ausländischen Nachrichtendiensten"/>
    <index id="8fe2d60d" bez="§ 23" target="23" title="Übermittlungsverbot"/>
    <next id="491939f5" bez="§ 24" target="24" title="Minderjährigenschutz bei Inlandsübermittlung"/>
  </nav>
  <scope>
    <section bez="Dritter Abschnitt" title="Übermittlungsvorschriften"/>
  </scope>
  <main title="Übermittlungsverbot">
    <p nr="1">Personenbezogene Daten dürfen nicht nach den <a>§§ 19 bis 22a</a> übermittelt werden, wenn <dl><dt>1.</dt><dd>besondere gesetzliche Verarbeitungsregelungen entgegenstehen,</dd><dt>2.</dt><dd>die schutzwürdigen Interessen der betroffenen Person das Allgemeininteresse an der Übermittlung überwiegen unter Berücksichtigung <dl><dt>a)</dt><dd>der Art der Information,</dd><dt>b)</dt><dd>ihrer Wertigkeit, auch unter Berücksichtigung eines vergangenen Zeitraums und des Alters der betroffenen Person, insbesondere bei Minderjährigen,</dd><dt>c)</dt><dd>der Art der Erhebung, insbesondere im Falle des <a>§ 8 Absatz 2</a>,</dd><dt>d)</dt><dd>drohender, insbesondere verdachtsgegründeter Anschlussmaßnahmen,</dd><dt>e)</dt><dd>der Verfügbarkeit vorherigen Rechtsschutzes gegen drohende Folgemaßnahmen,</dd></dl></dd><dt>3.</dt><dd>durch die Übermittlung der personenbezogenen Daten eine dringende Gefahr für ein Schutzgut nach <a>§ 19 Absatz 3 Nummer 4</a> zu besorgen ist; dies gilt nicht, wenn die Übermittlung dem Schutz solcher Rechtsgüter dient und dieses Schutzinteresse überwiegt, oder</dd><dt>4.</dt><dd>sonstige überwiegende Sicherheitsinteressen der Übermittlung entgegenstehen; dies ist nicht der Fall, wenn die Übermittlung unerlässlich ist zur <dl><dt>a)</dt><dd>Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für die Schutzgüter nach <a>§ 19 Absatz 3</a>,</dd><dt>b)</dt><dd>Verfolgung einer auch im Einzelfall besonders schwerwiegenden Straftat, die im Höchstmaß mit einer Freiheitsstrafe von mindestens zehn Jahren bedroht ist.</dd></dl></dd></dl>Die Verpflichtung zur Wahrung gesetzlicher Geheimhaltungspflichten bleibt unberührt.</p>
    <p nr="2">Das Bundesministerium des Innern und für Heimat unterrichtet das Parlamentarische Kontrollgremium mindestens einmal im Jahr über die Fälle des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 4.</p>
  </main>
  <footnotes>
    <footnote>
      <p>(+++ <a>§ 23</a>: Zur Anwendung vgl. <a>§ 36</a> SÜG +++)</p>
    </footnote>
  </footnotes>
</jur>
