<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="https://norm.gekko.de/jur2norm_html.xsl"?>
<jur id="9c9c6433" lastmod="2026-08-24T11:05:41+00:00">
  <header short="GefStoffV 2010" amtabk="GefStoffV" norm="gefstoffv_2010" title="Gefahrstoffverordnung">
    <long>Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen</long>
    <changes>
      <change type="Stand">Zuletzt geändert durch <a>Art. 1</a> V v. <time datetime="2025-12-17">17.12.2025</time> I Nr. 337; 2026 I Nr. 44</change>
    </changes>
  </header>
  <nav>
    <prev id="80bbd1b1" bez="Anhang I" target="anhang_i" title="Besondere Vorschriften für bestimmte Gefahrstoffe und Tätigkeiten"/>
    <index id="9c9c6433" bez="Anhang II" target="anhang_ii" title="Besondere Herstellungs- und Verwendungsbeschränkungen für bestimmte Stoffe, Gemische und Erzeugnisse"/>
    <next id="834f9177" bez="Anhang III" target="anhang_iii" title="Spezielle Anforderungen an Tätigkeiten mit organischen Peroxiden"/>
    <affiliated><a href="/gefstoffv_2010/10#p1">§ 10 Absatz 1</a>, <a href="/gefstoffv_2010/16#p2">§ 16 Absatz 2</a></affiliated>
  </nav>
  <scope/>
  <main title="Besondere Herstellungs- und Verwendungsbeschränkungen für bestimmte Stoffe, Gemische und Erzeugnisse">
    <p>(Fundstelle: BGBl. I 2010, <a href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl110s1674.pdf" title="BGBl. I 2010 S. 1674" type="application/pdf" rel="external noopener">1674</a> - <a href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl110s1676.pdf" title="BGBl. I 2010 S. 1676" type="application/pdf" rel="external noopener">1676</a>;<br/>bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)</p>
    <br/>
    <title-block>
      <b>Inhaltsübersicht</b>
    </title-block>
    <table/>
    <br/>
    <title-block>Nummer 1</title-block>
    <title-block>(weggefallen)</title-block>
    <br/>
    <title-block>Nummer 2</title-block>
    <title-block>
      <b>2-Naphthylamin, 4-Aminobiphenyl, Benzidin, 4-Nitrobiphenyl</b>
    </title-block>
    <p nr="1">Folgende Stoffe sowie Gemische, die diese Stoffe mit einem Massengehalt von mehr als 0,1 Prozent enthalten, dürfen nicht hergestellt werden: <dl><dt>1.</dt><dd>2-Naphthylamin und seine Salze,</dd><dt>2.</dt><dd>4-Aminobiphenyl und seine Salze,</dd><dt>3.</dt><dd>Benzidin und seine Salze und</dd><dt>4.</dt><dd>4-Nitrobiphenyl.</dd></dl></p>
    <p nr="2">Das Herstellungsverbot nach Absatz 1 gilt nicht für Forschungs- und Analysezwecke sowie für wissenschaftliche Lehrzwecke in den dafür erforderlichen Mengen.</p>
    <br/>
    <title-block>Nummer 3</title-block>
    <title-block>(weggefallen)</title-block>
    <br/>
    <title-block>Nummer 4</title-block>
    <title-block>
      <b>Kühlschmierstoffe und Korrosionsschutzmittel</b>
    </title-block>
    <p nr="1">Kühlschmierstoffe, denen nitrosierende Agenzien als Komponenten zugesetzt worden sind, dürfen nicht verwendet werden.</p>
    <p nr="2">Der Arbeitgeber hat im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach <a>§ 6</a> sicherzustellen, dass den verwendeten Kühlschmierstoffen keine nitrosierenden Stoffe zugesetzt worden sind.</p>
    <p nr="3">Korrosionsschutzmittel, die gleichzeitig nitrosierende Agenzien oder deren Vorstufen, beispielsweise Nitrit, und sekundäre Amine, einschließlich verkappter sekundärer Amine, enthalten, dürfen nicht verwendet werden. Ausgenommen sind sekundäre Amine, deren zugehörige N-Nitrosamine nachweislich keine krebserzeugenden Stoffe der Kategorie 1A oder 1B sind.</p>
    <p nr="4">Wassermischbare und wassergemischte Korrosionsschutzmittel, die im Anlieferzustand nitrosierende Agenzien oder deren Vorstufen, beispielsweise Nitrit, enthalten, dürfen nicht verwendet werden.</p>
    <p nr="5">Der Arbeitgeber hat im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach <a>§ 6</a> sicherzustellen, dass die eingesetzten Korrosionsschutzmittel den Anforderungen der Absätze 3 und 4 entsprechen.</p>
    <br/>
    <title-block>Nummer 5</title-block>
    <title-block>
      <b>Biopersistente Fasern</b>
    </title-block>
    <p nr="1">Zu Zwecken der Wärme- und Schalldämmung, für den Brandschutz sowie für technische Dämmung im Hochbau dürfen weder hergestellt noch verwendet werden: <dl><dt>1.</dt><dd>Künstliche Mineralfasern, die aus ungerichteten glasigen (Silikat-)Fasern mit einem Massengehalt von über 18 Prozent an Oxiden von Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Barium bestehen, sowie</dd><dt>2.</dt><dd>Gemische und Erzeugnisse, die die Stoffe nach Nummer 1 mit einem Massengehalt von insgesamt mehr als 0,1 Prozent enthalten.</dd></dl></p>
    <p nr="2">Absatz 1 gilt nicht <dl><dt>1.</dt><dd>für künstliche Mineralfasern, wenn <dl><dt>a)</dt><dd>ein geeigneter Intraperitonealtest keine Anzeichen von übermäßiger Karzinogenität ergeben hat oder</dd><dt>b)</dt><dd>die Halbwertzeit nach intratrachealer Instillation von 2 Milligramm einer Fasersuspension für Fasern mit einer Länge von mehr als 5 Mikrometer, einem Durchmesser von weniger als 3 Mikrometer und einem Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis von größer als 3 zu 1 (WHO-Fasern) höchstens 40 Tage beträgt, sowie</dd></dl></dd><dt>2.</dt><dd>für Glasfasern, die für Hochtemperaturanwendungen bestimmt sind, die <dl><dt>a)</dt><dd>eine Klassifikationstemperatur von 1 000 Grad Celsius bis zu 1 200 Grad Celsius erfordern und die Fasern eine Halbwertzeit nach intratrachealer Instillation von höchstens 65 Tagen besitzen oder</dd><dt>b)</dt><dd>eine Klassifikationstemperatur von über 1 200 Grad Celsius erfordern und Fasern eine Halbwertzeit nach intratrachealer Instillation von höchstens 100 Tagen besitzen.</dd></dl></dd></dl></p>
    <p nr="3">Spritzverfahren, bei denen krebserzeugende Mineralfasern verwendet werden, sind verboten.</p>
    <p nr="4">Die Absätze 1 bis 3 gelten auch für private Haushalte.</p>
    <br/>
    <title-block>Nummer 6</title-block>
    <title-block>
      <b>Besonders gefährliche krebserzeugende Stoffe</b>
    </title-block>
    <p nr="1">Die folgenden besonders gefährlichen krebserzeugenden Stoffe dürfen nur in geschlossenen Anlagen hergestellt oder verwendet werden: <dl><dt>1.</dt><dd>6-Amino-2-ethoxynaphthalin,</dd><dt>2.</dt><dd>Bis(chlormethyl)ether,</dd><dt>3.</dt><dd>Cadmiumchlorid (in einatembarer Form),</dd><dt>4.</dt><dd>Chlormethyl-methylether,</dd><dt>5.</dt><dd>Dimethylcarbamoylchlorid,</dd><dt>6.</dt><dd>Hexamethylphosphorsäuretriamid,</dd><dt>7.</dt><dd>1,3-Propansulton,</dd><dt>8.</dt><dd>N-Nitrosaminverbindungen, ausgenommen solche N-Nitrosaminverbindungen, bei denen sich in entsprechenden Prüfungen kein Hinweis auf krebserzeugende Wirkungen ergeben hat,</dd><dt>9.</dt><dd>Tetranitromethan,</dd><dt>10.</dt><dd>1,2,3-Trichlorpropan sowie</dd><dt>11.</dt><dd>Dimethyl- und Diethylsulfat.</dd></dl>Die Herstellungs- und Verwendungsbeschränkung nach Satz 1 gilt auch für o-Toluidin.</p>
    <p nr="2">Die Herstellungs- und Verwendungsbeschränkung nach Absatz 1 gilt nicht für Forschungs- und Analysezwecke sowie für wissenschaftliche Lehrzwecke in den dafür erforderlichen Mengen.</p>
  </main>
</jur>
