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  <header short="SachenRBerG" amtabk="SachenRBerG" norm="sachenrberg" title="Sachenrechtsbereinigungsgesetz">
    <long>Gesetz zur Sachenrechtsbereinigung im Beitrittsgebiet</long>
    <changes>
      <change type="Stand">Zuletzt geändert durch <a>Art. 15 Abs. 20</a> G v. <time datetime="2021-05-04">4.5.2021</time> I <a href="https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;jumpTo=bgbl121s0882.pdf" title="Bundesgesetzblatt 2021 S. 882" type="application/pdf" rel="external noopener">882</a></change>
    </changes>
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    <prev id="02c1d205" bez="§ 112" target="112" title="Umwandlung alter Erbbaurechte"/>
    <index id="7bf495e9" bez="§ 113" target="113" title="Berichtigungsanspruch"/>
    <next id="72de57f2" bez="§ 114" target="114" title="Aufgebotsverfahren"/>
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    <section bez="Kapitel 4" title=""/>
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  <main title="Berichtigungsanspruch">
    <p nr="1">Haben vormals volkseigene Betriebe, staatliche Organe und Einrichtungen oder Genossenschaften auf vertraglich genutzten, vormals nichtvolkseigenen Grundstücken nach dem <time datetime="1975-12-31">31. Dezember 1975</time> und bis zum Ablauf des <time datetime="1990-06-30">30. Juni 1990</time> bedeutende Werterhöhungen durch Erweiterungs- und Erhaltungsmaßnahmen am Grundstück vorgenommen, so können beide Vertragsteile verlangen, daß der kraft Gesetzes nach <a>§ 459 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 4 Satz 1</a> des Zivilgesetzbuchs der Deutschen Demokratischen Republik entstandene Miteigentumsanteil in das Grundbuch eingetragen wird.</p>
    <p nr="2">Eine bedeutende Werterhöhung liegt in der Regel vor, wenn der Wert des Grundstücks durch Aufwendungen des Besitzers um mindestens 30.000 Mark der Deutschen Demokratischen Republik erhöht wurde. Im Streitfall ist die durch Erweiterungs- und Erhaltungsmaßnahmen eingetretene Werterhöhung durch ein Gutachten zu ermitteln. Die Kosten des Gutachtens hat der zu tragen, zu dessen Gunsten der Miteigentumsanteil in das Grundbuch eingetragen werden soll.</p>
    <p nr="3">Der Anspruch aus Absatz 1 kann gegenüber denjenigen nicht geltend gemacht werden, die durch ein nach Ablauf des <time datetime="2000-12-31">31. Dezember 2000</time> abgeschlossenes Rechtsgeschäft das Eigentum am Grundstück, ein Recht am Grundstück oder ein Recht an einem solchen Recht erworben haben, es sei denn, daß im Zeitpunkt des Antrags auf Eintragung des Erwerbs in das Grundbuch <dl><dt>1.</dt><dd>die Berichtigung des Grundbuchs nach Absatz 1 beantragt worden ist,</dd><dt>2.</dt><dd>ein Widerspruch zugunsten des aus Absatz 1 berechtigten Miteigentümers eingetragen oder dessen Eintragung beantragt worden ist oder</dd><dt>3.</dt><dd>dem Erwerber bekannt war, daß das Grundbuch in Ansehung eines nach <a>§ 459 Abs. 1 Satz 2 oder Abs. 4 Satz 1</a> des Zivilgesetzbuchs der Deutschen Demokratischen Republik entstandenen Miteigentumsanteils unrichtig gewesen ist.</dd></dl>Ist ein Rechtsstreit um die Eintragung des Miteigentumsanteils anhängig, so hat das Prozeßgericht auf Antrag einer Partei das Grundbuchamt über die Eröffnung und das Ende des Rechtsstreits zu unterrichten und das Grundbuchamt auf Ersuchen des Prozeßgerichts einen Vermerk über den anhängigen Berichtigungsanspruch einzutragen. Der Vermerk hat die Wirkung eines Widerspruchs.</p>
    <p nr="4"><a>§ 111 Abs. 2</a> ist entsprechend anzuwenden.</p>
  </main>
</jur>
